«Kontinuität in der Stadtentwicklung»

Was unterscheidet eine zukunftsgerichtete Stadt von einem Dorf auf dem Land? Es sind meines Erachtens primär drei Bereiche, in welchen das heute besonders sichtbar wird:

  • Die Schwerpunkte welche im Bereich Stadtentwicklung und Verkehr gesetzt werden
  • Welche sozialen Angebote und Betreuungsangebote für Kinder ein Gemeinwesen unterstützt und bereitstellt
  • Die Bedeutung, die einem vielfältigen, hochstehenden Kulturangebot zugemessen wird.

Nachdem Winterthur in der letzten Legislatur durch eine bürgerliche Mehrheit im Stadtrat und einen Vorsteher des Baudepartementes geprägt wurde, welche in all diesen Bereichen eine Politik des Verwaltens und «Gewährenlassens» betrieben, konnten wir in der laufenden Legislatur mit einer rot-grünen Mehrheit im Stadtrat einige Themen in Bewegung setzen. Von der kleinen Verbesserung beim Portier im Sulzerareal bis zur Querung Grüze haben wir positive Zeichen gesetzt. Weitere werden noch folgen.

Allerdings gab es auch viele Faktoren, welche uns gebremst haben. Darum werde ich mich erneut um einen Sitz im Stadtrat bewerben: ich will im Baudepartement Kontinuität in die Arbeit bringen. Ich will, dass unsere Stadt mittelfristig wieder zur Velostadt Nummer 1 wird und auch für Fussgänger*innen zur Nummer 1 wird. Unsere Infrastruktur muss auch für Gewerbe und Industrie zukunftstauglich gemacht werden. Im wahrsten Sinne des Wortes: das Gemeinwohl aller muss an erster Stelle stehen.

«Für eine zukunftstaugliche Stadt»

Winterthur wird sich in den kommenden 20 bis 30 Jahren in jedem Fall verändern – die Frage stellt sich im Moment: wie werden die Weichen dafür gestellt? In den letzten drei Jahren haben wir im Amt für Städtebau viele Grundlagen dafür erarbeitet. Das Leitbild Winterthur 2040, ein Hochhauskonzept, das wir in Kürze vorstellen, aber auch die Verankerung von verbindlichen Klima-Richtlinien in der Bau- und Zonenordnung. Diese wird in den kommenden Jahren revidiert – und da ist es natürlich entscheidend, ob die Federführung bei einem Stadtratsgremium liegt, dass die Interessen von Mensch, Umwelt, Klima und Wirtschaft gleichermassen berücksichtigt.

Es ist auch keine Hexerei: Die SP hat sich vor 50 Jahren für eine autofreie Altstadt eingesetzt. Damals haben Wirtschaft und Gewerbe erbittert Widerstand geleistet und den schnellen Tod Winterthurs vorausgesagt. Heute wissen wir, dass genau das der richtige Weg ist und allen einen Gewinn bringt. Wir müssen mit den verschiedensten Massnahmen anstreben, den motorisierten Verkehrs innerhalb Winterthur stark zu reduzieren – auch zum Vorteil des Gewerbes, damit handwerklich Tätige nicht im Stau stecken, statt arbeiten können.

«Grossprojekte mitgestalten»

Autobahnausbau, Brüttentunnel, Hauptbahnhof,: Auch von aussen werden wir mit grossen Infrastrukturprojekte konfrontiert, die von Winterthur aktiv mitgestaltet werden müssen. So ist es uns zum Beispiel gelungen beim Ausbau der Umfahrung Winterthur das Bundesamt für Strassenbau dazu zu bringen, neue und stadtverträglichere Varianten zu prüfen statt einfach mit einem Kahlschlag durch Töss und Wülflingen durchzupreschen.

Auch bei den SBB und ihren Projekten vom Hauptbahnhof bis Brüttentunnel ist viel Hartnäckigkeit gefragt um nicht einfach eine Gewinnmaximierungsvariante aufgedrückt zu erhalten.

Neben diesen «grossen Projekten» ist mir aber auch wichtig, dass im Bereich Velo die Schwachstellen ausgemerzt werden, und wir, wo immer Bauarbeiten im Tiefbau notwendig sind, Optimierungen für Velofahrende und die Bevölkerung zu Fuss umgesetzt werden. Es ist bekannt, dass wir dabei manchmal auch im Gegensatz zu Verkehrsorganisationen wie dem VCS stehen. Dies entsteht vor allem dann, wenn wir auch die Interessen von weiteren Bevölkerungsteilen gegenüber den Interessen der Velofahrenden höher gewichten. Es ist mir aber ein Anliegen, dass wir in Zukunft wie im Falle des Oberfeld-Quartiers frühzeitig Mitwirkungsverfahren durchführen, die sehr breit angelegt sind. Und auch die Zusammenarbeit mit den Verkehrsverbänden wird verstärkt werden müssen, wenn wir das gemeinsame Ziel erreichen wollen: eine Stadt, die von der Infrastruktur her optimale Voraussetzungen für Bevölkerung, Wirtschaft, jung und alt schafft.

Bauen heisst gestalten: Winterthur muss qualitativ und nachhaltig wachsen

Bauen bedeutet Kontinuität: Viele Projekte ziehen sich über mehr als vier Jahre hinweg von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Darum braucht es im Bauamt im Moment Kontinuität statt hüsst und hott.

Bauen heisst, gemeinsam Lösungen finden: mit der Bevölkerung Lebensqualität schaffen. Tragfähige Lösungen erarbeiten sowohl für Velofahrende, wie auch Menschen, die zu Fuss unterwegs sind. Sicherheit schaffen – Aufenthaltsqualität. Dafür will ich mich mit aller Kraft auch in den kommenden vier Jahren einsetzen.

Christa Meier, 6. April 2021